SumoSulsi’s Leben …

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Aderlass …

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… 3 Monate sind um, heute war es wieder so weit und SumoSulsi ging zum Aderlass.
Seit doch nun einigen Jahren lasse ich regelmässig diese Prozedur über mich ergehen, wieso wissen eigentlich nur die Götter. Ich bin alles andere als sozial eingestellt, ich mag generell keine Menschen also wieso sollte ich ihnen meinen Lebenssaft zur Verfügung stellen? Ausserdem denke ich, dass wohl 99,99% der Empfänger massive psychische Probleme damit bekommen werden. Vor allem wenn sie jemals herausfinden würden von wem es war. Vielleicht mache ich es aus unterbewusster Überzeugung, vielleicht einfach weil ich denke dass ich als Organspender (Motorradfahrer) dazu verpflichtet bin oder ganz einfach weil es immer leckeren Kuchen, Schokolade etc. hat. Naja ich denke ja es liegt eher am letzten Punkt der mich immer wieder dazu antreibt.
Doch wie läuft das ganze ab? Aufgrund meiner Herkunft ist dies ja nicht ganz einfach und bedarf einer ausgeklügelten Planung sowie schlussendlich auch der perfekten Durchführung. Als erstes muss ich sicherstellen dass mein künstlicher Blutvorrat, welcher mit diversen Stellen der künstlichen Haut verbunden ist (zB Finger, Lippen und dem linken Armgelenk), noch genug Volumen enthält. Man stelle sich des Gesicht der Damen vor wenn da nur noch Luft aus Vene kommt, die würden ja gleich Ohnmächtig werden vor Schreck. Ist der Vorrat sichergestellt, der obligatorische Fragebogen Wahrheitsgetreu beantwortet geht es dann auch zugleich ins Kantonsspital von Winterthur meine Aderlass stelle. Die Stammbelegschaft ist eigentlich ganz ok dort, ein bisschen freakig vielleicht aber ganz nett und amüsant eigentlich. Als erstes wird der Frageboden kontrolliert, mit meinen Daten abgeglichen und diverse Eintragungen nachgeführt. Dabei wird auch zugleich der Blutdruck wie auch der Puls gemessen. Mir wird dabei immer ein wenig mulmig, denn der Druck des Gerätes kann unter Umständen meine Haut verschieben oder auch die künstlichen Venen beschädigen. Aber auch diesmal ging alles soweit ganz gut, um die Blutmenge zu bestimmen gibt es einen Pieck in einen Finger. Dabei muss ich immer drauf achten dass der korrekte genommen wird (nicht jeder ist verkabelt) aber auch dies klappt eigentlich immer sehr gut. Ist alles soweit in Ordnung wird noch kurz Fieber gemessen und wenn auch die Temperatur im grünen Bereich ist geht’s ab zur Spende (dabei kriegt man meistens eine kleine Toblerone).
Links 3 Aderlassgerätschaften und rechts 3 Aderlassgerätschaften, alles nicht ganz so steril wie dies vielleicht in einem Krankenhaus der Fall ist normalerweise aber doch einiges sauberer als Zuhause. Da nur mein linker Arm verkabelt ist muss ich mich rechts halten sage ich mir und da hat es doch tatsächlich noch einen Stuhl frei. „Schwups“ drauf gesetzt und zugleich in die waagrechte Position gefahren wird es doch gleich viel gemütlicher. Nebenan eine frische Stecherin welche auch gleich was verbockt zu haben scheint denn der arme Neuspender muss von rechts nach links wechseln, Blut wollte wohl nicht fliessen.
Heute dauert es doch ein wenig lange, es will nicht vorwärts gehen und 2 Personen sind noch vor mir. Einige Zeit später komm ich nun doch an die Reihe, die Neustecherin nimmt sich meiner an und geht nochmals kurz den Fragebogen durch. Nachdem sie die Barcodekleber überall montiert hat geht es an die wirkliche Sache und meine Nervosität steigt. Sticht sie richtig und trifft sie auch die künstliche Vene? Sticht sie zu tief kommt sie in meine wirkliche Haut und mein Blut würde mit ungefähr 44 Bar aus dem Stich spritzen und sie wohl innert 2-3 Sekunden zerfressen wie auch das Gebäude welches damit in Berührung kommt. Doch auch dieses Mal geht alles ganz gut, nach 7 Minuten ist der Spuck auch schon wieder zu Ende. Doch dann passiert es, die Stecherin bring den Beutel mit den zugehörigen weiteren Beuteln zum Verarbeitungstisch rüber. Der Schlauch wird mit einem Metallclip verschlossen, der Aderlass Teil wird dabei abgetrennt und fortgeworfen, doch plötzlich spritzt Blut umher und eine riesen Lache ergiesst sich über den Tisch. Die Stecherin sichtlich geschockt irrt erstmals wirr umher, bekommt ihre Fassung aber wieder zurück und besorg sich was zum aufwischen. Doch beim zweiten Berühren des Dings geht es wieder von vorne los, das Blut spritzt irgendwo raus wo es nicht raus spritzen sollte und wieder ist alles voll. Um Hilfe flehend kommt dann eine weitere Stecherin dazu und ich habe es irgendwie ganz lustig. Naja schlussendlich hat es dann doch irgendwie geklappt, alles war wieder dicht und ich hab meinen Verband gekriegt.
Nach all den Strapazen kommt aber immer das tollste, Kuchen essen im Verpflegungsraum daneben. Dazu ein leckeres Glas Apfelsaft und vielleicht noch ein kleines Kägi-fretli zum Abschluss, danach geht es wieder nach draussen und schlussendlich nach Hause.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=m2qGBC2X7Ec

Mfg

SumoSulsi

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