SumoSulsi’s Leben …

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München ich komme!

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Heute geht es nach München denke ich mir und gehe lässig die Gangway herunter. Funkelnde Kinderaugen folgen jeder meiner Bewegungen, die Bewunderung ist nicht zu übersehen. Cool nehme ich meine Sonnenbrille ab und stecke sie in meine Brusttasche, begrüsse einen Teil der Crew und betrete das Flugzeug.
An meinem Platz angekommen fange ich zugleich mit meiner Arbeit an, es muss ja doch einiges getan werden. Strom ist bereits vorhanden, also schalte ich die Plattformen ein welche gute 8 Minuten haben bis sie voll auf gestartet sind. Danach fange ich an den Flugplan zu laden, Pair of Cities, wie es so schön heisst.  Ich tippe also ins Keyboard ein: LSZH/EDDM und drücke die entsprechende Eingabetaste. Anschliessend wird noch die Cruisehöhe eingegeben, den Blockfuel und den Costindex. Auch werden noch ein Paar Geschwindigkeiten verlangt, aber die sind schnell eingegeben und bestätigt. Im Flugplan wähle ich dann noch die Ab- und Anflugrouten aus und verbinde den ganzen Flugplan.
That’s it, inzwischen sind auch die ganzen armen Passagiere an Board, das Essen (und vor allem der Kaffee) und wir sind eigentlich bereit zum Abflug. Der Schlepper bringt und zur richtigen Position, mit der APU welche ich vorher schon gestartet habe lasse ich nun die Triebwerke laufen. Also ganz einfach die Zündung ein und den Masterswitch zu „On“, die Triebwerke starten eins nach dem andern ganz automatisch.
Auf der Piste gehe ich nochmals schnell alles durch, Flugplan ok, Lichter an, Höhe gesetzt, Fuel genug etc. Es scheint alles bereit zu sein, auch die Kabine meldet ein go und somit setzte ich TOGA. Kick Down würd man wohl bei einem Auto mit Automatikgetriebe sagen, dass Flugzeug setzt sich langsam in Bewegung. Es beschleunigt immer schneller und schon bald ist V1 erreicht, kurz darauf Vrotate und ich ziehe sanft am Sidestick. Die Nase hebt sich langsam und kurz darauf sind wir schon in der Luft und steigen in den Himmel hoch der Sonne entgegen. Nach 5 Sekunden drücke ich den Knopf des Autopiloten und schon fliegt das Flugzeug komplett alleine. Kurze Zeit später schalte ich die Scheinwerfer aus und fahre das Fahrwerk ein, gefolgt von den Slats welche nun eingefahren werden können. Kurz nach dem Start kommt auch schon die erste Kurve, ganz automatisch steuert der Autopilot gekonnt in diese herein und ich setze die Schubhebel auf die Climb-Stufe zurück auf welcher sie bis zur Landung bleiben werden.
Bald sind wir auf der Cruise-Höhe angelangt, schön über den wundervollen weissen Wolken welche wie Wattebällchen unter uns liegen und durch die Sonne in ein Schattenspiel getaucht werden. Zeit für einen Kaffee, denke ich mir und klingle in der Kabine durch. Prompt wird er auch geliefert von der kleinen, heissen Schnecke von Stewardess, wäre ich nicht im Dienst würd ich sie wohl gleich hier auf der Stelle vernaschen. Sie reicht mir den Kaffee, kichert und schaut ganz verlegen. Hat sie wohl meine Gedanken gelesen?
Nach kurzer Zeit ist es auch schon wieder an der Zeit den Sinkflug einzuleiten, ich drehe also den Höhenregler runter auf 5000. 5000 Fuss sollten reichen um den ILS Glideslop und Localizer zu erwischen und sicher zu landen. Die nächste halbe Stunde geht es ganz gemächlich immer weiter runter, scheint wunderschönes Wetter zu sein in München. Keine Wolken, fast kein Wind und gemütlich warme Temperaturen. Mein gewählter Anflug ist wie eine Sightseeing tour, wir fliegen quasi eine trippel Acht über München bevor wir hoffentlich sanft auf dem Runway aufsetzen. Aber auch diese Kurven nimmt der Autopilot fast si gekonnt wie ich, da mich die Sonne blendet setze ich mir allerding wieder die Sonnenbrille auf.
Ich bereite das Flugzeug auf die Landung vor, gehe nochmals kurz alle Systeme durch und beobachte die Anzeigen. Ah, da kommt die orange Linie im Geschwindigkeitsmesser welche mir anzeigt wann ich die Landeklappen eine Stufe weiter ausfahren muss. Inzwischen hat der Autopilot auch bereits auf den Localizer aufgeschaltet und ich schalte den Landmode und den zweiten Autopiloten ein. Fahrwerk raus, Bremseigenschaften vorwählen und die nächste Stufe der Landeklappen. Glideslop ebenfalls aufgeschaltet und inzwischen auch die Landeklappen voll ausgefahren. Landelichter sind an, alles ist im grünen Bereich da ertönt die synthetische Stimme „fourhundert“. Noch 400 Fuss über der Erde und schon ertönt der call out „fifty“, „forty, „thirty“, „twenty“, „retard“ und wir setzten sanft auf der Piste auf. Ich nehme zugleich die Leistungsheben zurück und schalte die Schubumkehr zu während der Autopilot sanft anfängt zu bremsen und das Flugzeug in der Mitte der Piste hält. Ich höre das klatschen der Menschen hinter mir und denke mir ob sie wohl auch geklatscht hätten wäre ich gelandet und nicht der Computer.
Egal, kurz vor dem Stillstand gebe ich wieder ein wenig Schub und rolle danach zum Gate.

Feierabend …

Mfg SumoSulsi

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